SICHERHEITSKULTUR KULTIVIEREN

Kennen Sie das: Eigentlich sollte man, aber irgendwie ist es mit Aufwand verbunden und es achtet sowieso niemand drauf. Was beim Thema Arbeitsschutz beginnt, kann sich schnell auf andere Bereiche wie z. B. Qualität, Datensicherheit, Zusammenarbeit ausweiten. Wenn etwas vorgeschrieben ist, aber niemand hält sich dran, dann neigen wir gerne zum Generalisieren. Nach dem Motto: „Bei uns gibt’s zwar viele Vorschriften, aber eigentlich ist es egal.“


Schade, denn eine gelebte Sicherheitskultur bedeutet aktiv gegen Arbeitsunfälle vorzugehen und die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken. Und das macht Arbeitgeber:innen attraktiv und das Unternehmen produktiv. Aber nur dann, wenn den Worten, die auf der Unternehmens-Homepage stehen, auch Taten folgen.


Mit den folgenden vier Tipps schaffen Sie es, Ihre Sicherheitskultur zu stärken und viele Vorteile ganz nebenbei mitzunehmen:


1. Engagiertes und überzeugtes Fachpersonal: „Ich sag nur wie es richtig wäre. Aber ich mach das auch nicht so, weil ich es viel zu umständlich finde.“ Diese Aussage einer Fachkraft für Sicherheit und Gesundheit erstickt jede Sicherheitskultur im Keim. Denn wenn nicht einmal die, die sich darum kümmern sollen richtig handeln, warum sollten es dann die Beschäftigten tun? Achten Sie also bei der Auswahl Ihrer internen und externen Fachkräfte darauf, dass diese selbst überzeugt sind. Und bestehen Sie auf Zusammenarbeit aller Professionen.


2. Führungskräfte einbinden: Das beste Team für Sicherheits- und Gesundheitsschutz nutzt nichts, wenn die Führungskräfte dem Thema skeptisch gegenüberstehen. Führungskräfte sind hier – wie in so vielen anderen Bereichen – Vorbild. Holen Sie Ihre Führungskräfte ins Boot. Machen Sie es Ihnen einfach. Stellen Sie Materialien zur Verfügung, vereinfachen Sie notwendige Formalismen und holen Sie Ideen und Erfahrungen Ihrer Führungskräfte ein. Damit sind diese nicht nur Ausführer:innen sondern Teil des Sicherheits- und Gesundheitsmanagements im Unternehmen.


3. Sicherheit zum Thema machen: Es genügen wenige Minuten, um sicherheits- und gesundheitsrelevante Themen präsent zu halten. Beispielsweise kann es zur Normalität werden bei jeder Besprechung eine sicherheits- und/oder gesundheitsrelevante Informationen im Ausmaß von 2 bis 3 Minuten zu behandeln. Dafür gibt’s maßgeschneiderte Präsentationen. Damit ist sichergestellt, dass jede/r Mitarbeiter:in regelmäßig relevante Informationen erhält. Gleichzeitig wird klar, welchen Stellenwert das Thema im Unternehmen hat.


4. Handeln: Es kann schon mal passieren, dass auch Führungskräfte bei einer Werksbesichtigung die Sicherheitsschuhe vergessen. Niemand ist unfehlbar. Schön, wenn die Führungskraft dann sagen kann: „Na sowas, hab‘ ich doch glatt meine Sicherheitsschuhe vergessen. Ich hol sie schnell.“. Das schützt nicht nur die Füße der Führungskraft, sondern zeigt allen Beteiligten, dass Sicherheit gelebt wird.


Neue Mitarbeiter:innen für die Sicherheitskultur gewinnen

In einigen von mir als Arbeitspsychologin betreuten Unternehmen werden alle neuen Mitarbeiter:innen innerhalb der ersten beiden Monate vom Sicherheits-Team am Arbeitsplatz aufgesucht. Damit ist den „Neuen“ klar: Sicherheit und Gesundheit sind hier nicht nur leere Worte, sondern es wird gehandelt. Im Rahmen dieser Begehung wird der Arbeitsplatz ergonomisch geprüft, sicherheits- und gesundheitsrelevante Informationen werden zur Verfügung gestellt und der/die neue Beschäftigte weiß, an wen er/sie sich bei Fragen rund um die Themen Sicherheit und Gesundheit wenden kann.


Ja, das alles bedeutet Aufwand. Aber neben dem direkten Nutzen für den/die Mitarbeiter:in wird auch die Sicherheitskultur gestärkt. Und wenn dann noch regelmäßig unterschiedlichste Sicherheits- und Gesundheitsangebote umgesetzt werden, steigert das auch noch die Bindung an Ihr Unternehmen.


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